Vorfälligkeitsentschädigung vermeiden: So schützen Sie sich vor unnötigen Zahlungen
Sie möchten Ihren Immobilienkredit vorzeitig beenden? Dann verlangt Ihre Bank womöglich eine Vorfälligkeitsentschädigung – eine oft fünfstellige „Strafzahlung“, die Sie keinesfalls einfach akzeptieren sollten. Denn viele Klauseln sind fehlerhaft, zahlreiche Urteile sprechen für Verbraucher – und mit professioneller Hilfe lässt sich die Zahlung vermeiden oder rückfordern.
Erfahren Sie hier, wann die Bank keine Entschädigung verlangen darf, wie Sie gezahltes Geld zurückholen können – und warum sich eine Prüfung Ihres Kreditvertrags in jedem Fall lohnt.
Sollten Sie bereits eine Entschädigung an die Bank gezahlt haben, zur Zahlung aufgefordert worden sein oder planen, Ihren Immobilienkredit vorzeitig zurückzuzahlen, unterstützen wir Sie dabei, Ihre Ansprüche zu prüfen und durchzusetzen.
So helfen wir Ihnen:
- Fall schildern – Beschreiben Sie Ihr Anliegen unkompliziert über unser Online-Formular und laden Sie – falls vorhanden – relevante Unterlagen hoch.
- Kostenlose Ersteinschätzung – Wir prüfen Ihren Fall und erläutern Ihnen telefonisch Ihre Erfolgsaussichten gegenüber der Bank.
- Entscheidung mit Kostensicherheit - Nach der Ersteinschätzung entscheiden Sie in Ruhe, ob Sie uns beauftragen möchten. Sie wissen von Anfang an genau, welche Kosten entstehen und wer sie trägt.
Das Wichtigste in Kürze
- Eine Vorfälligkeitsentschädigung wird bei vorzeitiger Rückzahlung eines Immobiliendarlehens fällig – als Ausgleich für entgangene Zinsen der Bank.
- Fehlerhafte Vertragsklauseln führen dazu, dass die Forderung ungültig ist – die Bank darf dann keine Zahlung verlangen.
- Der BGH hat 2024 und 2025 mehrere Entschädigungsklauseln für unwirksam erklärt (Sparkasse, VR-Bank u. a.).
- Zu viel gezahlte Beträge können in der Regel bis zum Ablauf des dritten Kalenderjahres nach der Zahlung zurückgefordert werden.
- Wir helfen Betroffenen mit einer kostenlosen Ersteinschätzung und prüfen, ob auch Ihr Vertrag betroffen ist.
1. Was ist eine Vorfälligkeitsentschädigung?
Die Vorfälligkeitsentschädigung ist eine Entschädigungszahlung an die Bank, wenn Sie ein Darlehen vor Ende der Zinsbindung zurückzahlen – etwa beim Verkauf einer Immobilie. Die Bank will damit ihren Zinsverlust kompensieren, weil sie mit festen Einnahmen aus Ihrem Kredit gerechnet hat.
Typische Gründe für vorzeitige Kreditrückzahlung:
- Verkauf der als Kreditsicherheit dienenden Immobilie (z. B. wegen Umzug oder veränderter Lebensumstände)
- Ablehnung einer notwendigen Nachfinanzierung durch die Bank
- Trennung oder Scheidung, wenn eine gemeinsame Finanzierung aufgelöst werden soll
Doch: Nicht jede Entschädigung ist rechtens!
2. Wann muss ich keine Vorfälligkeitsentschädigung zahlen?
Seit dem 21. März 2016 gelten in Deutschland verschärfte Informationspflichten für Kreditverträge. Fehlen bestimmte Angaben oder sind diese unklar, verliert die Bank ihren Anspruch auf Vorfälligkeitsentschädigung – selbst wenn Sie den Kredit vorzeitig ablösen.
Häufige Fehler in Kreditverträgen:
- Keine klare Berechnungsmethode der Entschädigung
- Falscher Berechnungszeitraum (z. B. über die gesetzlich zulässige Zeit hinaus)
- Sondertilgungsrechte nicht berücksichtigt
Wichtig: Verträge, die zwischen März 2016 und Anfang 2020 abgeschlossen wurden, sind besonders häufig fehlerhaft – betroffen sind u. a. Sparkassen, Volks- & Raiffeisenbanken, Sparda-Banken, LBS u. v. m.
3. Neue BGH-Urteile stärken Verbraucher
In den letzten Jahren hat der Bundesgerichtshof (BGH) mehrere wegweisende Urteile gefällt:
Mai 2025 – Urteil gegen Sparkasse (Az.: XI ZR 22/24)
Klauseln zur Berechnung der Vorfälligkeitsentschädigung wurden als unwirksam erklärt.
Verbraucher, die zwischen 2016 und 2020 bei einer Sparkasse ein Immobiliendarlehen abgeschlossen haben, können bereits gezahlte Entschädigungen zurückfordern. Verschiedene Landesbausparkassen (LBS) haben vergleichbare Klauseln verwendet, sodass auch ihre Verträge unter die aktuelle Rechtsprechung fallen dürften.
Dezember 2024 – Urteil gegen VR-Bank (Az.: XI ZR 75/23)
Auch hier hat der BGH die Berechnungsgrundlage als missverständlich eingestuft. Verbraucher können sich auf das Urteil berufen – auch bei vergleichbaren Verträgen anderer Banken.
Dazu zählen insbesondere:
- Volksbanken
- Raiffeisenbanken
- Sparda-Banken
- PSD-Banken
- Apobank
- BBBank
Tipp: Prüfen Sie, ob Ihr Vertrag aus dem Zeitraum 2016 bis 2022 stammt und bereits eine Vorfälligkeitsentschädigung gezahlt wurde – Sie könnten tausende Euro zurückholen.
4. Vorfälligkeitsentschädigung gezahlt? So holen Sie Ihr Geld zurück
Auch wenn Sie bereits gezahlt haben, ist noch nicht alles verloren. Bei fehlerhaften Vertragsangaben können Sie die Zahlung rückwirkend zurückfordern – in der Regel bis zu 3 Jahre nach der Zahlung.
Voraussetzungen für die Rückforderung:
- Kreditvertrag wurde nach dem 21. März 2016 abgeschlossen
- Zahlung der Entschädigung liegt nicht länger als 3 Jahre zurück
- Der Vertrag enthält fehlerhafte oder unklare Angaben zur Entschädigungsberechnung
Die dreijährige Frist richtet sich nach der regelmäßigen Verjährung gemäß §§ 195, 199 BGB.
Sie beginnt am Ende des Jahres, in dem die Zahlung geleistet wurde und der Verbraucher von den anspruchsbegründenden Umständen Kenntnis erlangt hat oder ohne grobe Fahrlässigkeit hätte erlangen müssen.
Beispiel:
Wurde die Vorfälligkeitsentschädigung im August 2022 gezahlt, beginnt die Verjährungsfrist am 31. Dezember 2022 und endet mit Ablauf des 31. Dezember 2025.
Vorfälligkeitsentschädigung vermeiden: Schritt-für-Schritt-Anleitung
- Vertragsdatum prüfen
Wurde der Kreditvertrag nach dem 21.03.2016 abgeschlossen? - Relevante Unterlagen bereithalten
Kreditvertrag, Rückzahlungsdatum, Höhe der gezahlten Entschädigung - Kostenlose Ersteinschätzung anfordern
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